„Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt,…

…bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.“ Unser Jahresfestgottesdienst stand unter dem Thema „Sterben, um zu leben“. Daniel Geiss berichtete u. a. von seinem Besuch in England und den innovativen Wegen, die dort einzelne Kirchengemeinden gegangen sind, um frische Formen von Gemeindearbeit zu ermöglichen. Beispiel 1: Eine methodistische Gemeinde, die nur noch aus 10 Personen bestand, hat eine Mitarbeiterin angestellt, die nach einem Jahr Gebet für die Stadt in einem ärmeren Stadtteil eine Arbeit mit Frauen angefangen hat: gemeinsam Brot backen und, während das Brot im Ofen ist, gemeinsam Bibellesen, beten, über den Glauben sprechen. Diese Frauen hätten keine Chance gehabt, an einem Sonntagsgottesdienst teilzunehmen, weil ihre Ehemänner dies nicht erlaubt hätten. An Werktagen war der Zugang deshalb viel leichter. Die ursprüngliche Methodistengemeinde gibt es nicht mehr. Sie musste aus Altersgründen schließen. Aber von ihr ist diese „Brotback-Gemeinde“ übrig geblieben. Etwas ganz Neues an einem anderen Ort. Beispiel 2: Eine anglikanische Kirchengemeinde wirkte in einem Ort mit 1.200 Einwohnern, von denen 300 wöchentlich an Gemeindeangeboten teilnahmen. Das reichte dieser Gemeinde aber nicht aus. Wer erreicht die anderen 900? Sie beschloss, einen baptischen Pastor zu bezahlen, so dass dieser in demselben Ort eine eigene Baptistengemeinde aufbauen konnte. Konkurrenz?Nein! Die Anglikaner sagten sich: Wir können die anderen 900 nicht erreichen. Aber die Baptisten machen eine andere Art von Gemeindearbeit, sie erreichen andere Menschen, und deshalb finanzieren wir diese andere Gemeinde, damit die Vielfalt an christlichen Gemeinden in unserem Ort wächst und mehr Menschen erreicht werden können. Zwei Beispiele dafür, wie kreativ und voller Liebe für die Menschen Gemeindearbeit aussehen kann! Alte Ansichten und alte Methoden müssen sterben, damit sich Neues einen Weg bahnen kann.