Was ist süßer als Honig?

So wurde einst Simson von den Philistern gefragt (Richter 14, 18). Hätte Simson heute gelebt, hätte er mit vielen von uns geantwortet: „Schweizer Schokolade!“. Namen wie Chailler – Sprüngli – Tobler stehen für einen exklusiven süßen Schokoladengenuss. Wer aber hätte gedacht, dass dieser Schweizer Genuss, dass „Choco Suisse“ nur 33,5 km oder 30 Min. Fahrzeit mit dem Auto von uns entfernt ist? Ende September besichtigten 25 Teilnehmer des Seniorenkreises die deutsche Niederlassung der Schweizer Confiserie Läderach in Dillenburg-Manderbach. Was sie dort erwartete, hätte sich keiner vorstellen können: In aufwendiger Handarbeit und nur mit den besten Rohstoffen wurden Pralinen, Trüffel, aber auch Butterkonfekt hergestellt. Ein von Rudolf Läderach entwickeltes Verfahren zur Herstellung dünnwandiger Hohlkugeln und -karrés aus Couvertüre, die dann mit einer Vielzahl von Nougat-, Marzipan- und Trüffelmischungen befüllt werden konnten, begründete die Erfolgsgeschichte dieses Familienbetriebes. Mit diesen Halbfabrikaten werden auch andere Pralinenhersteller und Konditoreien beliefert. Zuerst mussten strenge Hygienevorschriften erfüllt werden: Jede/Jeder musste einen Schutzkittel, eine Haube, und Schutzfolien über die Schuhe anziehen und Uhren und Schmuck ablegen. So geschützt durften wir die Produktionsabteilungen betreten. Über uns war ein Edelstahlrohrsystem, durch das rund um die Uhr die flüssige Schokolade fließt, die seit einigen Jahren aus Kakaobohnen auch im eigenen Betrieb in der Schweiz hergestellt und in Thermofahrzeugen zu dieser Betriebsstätte gebracht wird. Hier wird sie zu den oben beschriebenen Hohlkörpern und Schalen weiterverarbeitet. Die Senioren schauten den im Konditorhandwerk ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über die Schulter, wie sie die Pralinen füllten, verzierten, schließlich verpackten und versandbereit machten. Es war für alle doch erstaunlich, wie vieler einzelner Schritte es bedurfte, um eine ansehnliche Praline zu fertigen. Wem dann beim Zuschauen das Wasser im Munde zusammenlief, und wer gerne einmal bei diesen Kreationen zugegriffen hätte, dem wurde bei jeder Station der Betriebsführung reichlich Möglichkeit gegeben, die frisch hergestellten aber nicht optimal gelungenen Produkte zu probieren. Es war nicht verwunderlich, dass manch einer weit über seine Bedürfnisse zugegriffen hat. (O-Ton Teilnehmer: „So viele Pralinen habe ich noch nie an einem Tag gegessen!“). Aber der Genuss einer Praline wird nach diesem Rundgang künftig mit Respekt und Hochachtung vor der aufwändigen Herstellung erfolgen. Nach diesem Rundgang konnte jeder seinen persönlichen Bedarf für die Winterzeit im Werksverkauf decken.